Auszug aus dem Astrologie-Übungsabend vom 23.10.2003
Jede Woche finden am Donnerstag um 20:00 Uhr Übungsabende statt, bei denen entweder Horoskope von Teilnehmern gedeutet oder Sonder- themen besprochen werden.
Bevor Sie nachfolgend einen Auszug aus einem dieser Übungsabende lesen, schauen Sie sich bitte das Bild an und stellen Sie sich einfach mal vor, dass Sie bei diesem Übungsabend selbst mit dabei wären ...
An diesem Übungsabend wurde ein ganz besonderes Thema behandelt, weshalb sogar einige ehemalige Schüler gekommen sind, unter denen sich auch drei professionelle Astrologinnen befanden (am 14.11.2003 wurde das Thema für die zweite Übungsabendgruppe wiederholt).
Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es schon nach 20 Uhr war und es nun höchste Zeit wurde, mit dem Übungsabend zu beginnen ...
(Abkürzungen: KL = Kursleiter, TN = Teilnehmer)
KL: Also. Fangen wir an. Wir haben heute Abend ein ganz spannendes Thema vor uns. Es geht heute um eine neue Deutungsvariante, durch die man ein Horoskop sehr viel leichter begreifen kann, als das bisher möglich war.
Ich denke mal, dass diese Deutung zu einer ganz eigenständigen Deutungsmethode werden wird und möglicherweise die bisherigen Deutungswege ersetzt.
TN: Wie sind Sie denn auf diese neue Deutung gekommen?
KL: Ich hab` da mal wieder über ein paar Konstellationen nachgedacht und bin ins Philosophieren gekommen und dabei bin ich dann auf ein paar sehr interessante Zusammenhänge gestoßen.
Also. Gehen wir es an. Ich habe diese Deutungsmethode erst mal Zodiakdeutung genannt und ich denke, dass dieser Name gut passt. (Der Name Zodiak ist eine andere Bezeichnung für den Tierkreis.)
Wenn man ein Horoskop deutet, dann geht es letztlich immer darum Planeten, Tierkreiszeichen und Häuser unter einen Hut zu bringen.
(Es versteht sich ja wohl von selbst, dass wenn ich hier von Deutung spreche, dass ich dann nicht eine technisch-funktionale Interpretation meine, sondern das Begreifen des Wesens der jeweiligen Sache.)
KL: Wir haben mal gelernt, dass ein Horoskop eine Momentaufnahme ist und dass das Horoskop dadurch die jeweilige Zeitqualität anzeigt.
Dargestellt wird diese Zeitqualität im Horoskop grob gesehen durch die Positionen der Planeten in den Tierkreiszeichen und den Häusern. Als Verfeinerung kommen dann noch die Aspekte und die einzelnen Tierkreisgrade, auf denen die Planeten und die Häuser stehen, dazu.
Soweit ist uns das alles ja bereits bekannt. Gehen wir also einen Schritt weiter und schauen wir uns die Planeten im Tierkreis an.
Solange ein Planet in einem Tierkreiszeichen steht, über das er der Herrscher ist, ist die Sache noch recht einfach. Also wenn z. B. der Mars im Widder oder der Mond im Krebs steht, dann tun wir uns mit der Deutung noch recht leicht.
Wenn aber z. B. der Uranus im Löwen oder der Neptun in der Waage steht, dann wird die Sache schon etwas schwieriger. Oder?
Das, was eine wirklich gute Deutung ausmacht, ist die Art, wie man sich in die jeweilige Sache hineindenkt. Also wie man die jeweilige Sache betrachtet - eben aus welchem Blickwinkel, oder mit welcher Geisteshaltung.
Wie wäre denn z. B. die Deutung von Mars im Widder, mal ohne Häuser, Aspekte oder Deutungswege?
TN: Da wäre die Durchsetzung eben besonders intensiv oder energisch, evtl. aggressiv oder zerstörerisch - je nach Qualität.
KL: Genau. Richtig.
Wenn man nun aber einen Planeten in einem Tierkreiszeichen deutet, der nicht der Herrscher des Tierkreiszeichens ist, dann wird es schon schwieriger.
Nehmen wir doch das Beispiel vom Uranus im Löwen. Wie wäre denn diese Deutung?
TN: Das kann dann z. B. eine freie Lebensweise sein, eine schöpferische Gestaltung oder, im ganz ungünstigen Fall, die Aufhebung von Leben.
KL: Sehr gut. Das kommt ja wie aus der Pistole geschossen. Jetzt überlegen wir uns aber mal, wie man üblicherweise bei der Deutung von zwei verschiedenen Prinzipien vorgeht.
Bisher haben wir das immer so gemacht, dass wir uns als erstes überlegt haben, welchem Prinzip das jeweilige Tierkreiszeichen entspricht.
Als zweites haben wir uns dann überlegt, welchem Prinzip der jeweilige Planet entspricht.
Und als drittes haben wir dann überlegt, wie diese beiden Prinzipien zusammenwirken und zwar sowohl in der wesensgemäßen, als auch in der kompensatorischen Weise.
Und um uns das Zusammenspiel zwischen einem Planeten und einem Tierkreiszeichen besser vorstellen zu können, haben wir gesagt, dass das Tierkreiszeichen wie ein Land ist und der Planet wie ein Gast, der sich in diesem Land aufhält.
Dann haben wir gesagt, dass ein Gast in einem fremden Land sich immer so verhalten muss, wie es in diesem Land üblich ist. Das heißt, dass ein Planet in den Diensten des jeweiligen Tier- kreiszeichens steht, in dem er sich befindet.
Das heißt aber nicht, dass der Uranus nun zur Sonne wird, nur weil der Uranus im Löwen steht, sondern dass sich die Prinzipien des Uranus nun um die Belange des Löwen drehen.
Wir haben die Bedeutungen des Löwen (z. B. Leben, Gestaltung, Verausgabung, Herrschaft usw.) mit den Prinzipien des Uranus (z. B. Unabhängigkeit, Freiheit, freie Entwicklung, schöpferische Ideen oder auch Aufhebung) miteinander verbunden.
Und dann haben wir gesagt, dass weil der Uranus im Löwen steht, sich die Uranusthemen um die Belange des Löwen drehen müssen.
TN: Und was ist nun falsch daran?
KL: Daran ist gar nichts falsch. Unsere Deutungen waren bisher trotzdem prinzipiell richtig. Das Problem dabei ist nur, dass man bei der alten Deutung von einer Trennung der Prinzipien ausgeht und deshalb versuchen muss, diese Trennung irgendwie miteinander zu verbinden.
Man muss dabei also den geistigen Drahtseilakt schaffen, dass man etwas, das man als eher fremd ansieht, nun als eng miteinander verbunden betrachtet.
Das ist auch der Grund, warum man sich oft schwer bei der Deutung tut, bzw. beim Begreifen des Zusammenspiels von “verschiedenen” Prinzipien und warum in anderen Schulen manche Planeten als Übeltäter oder negative Einflüsse bezeichnet werden.
TN: Und mit der neuen Deutung ist das jetzt anders?
KL: Ja. Dabei gibt es diese Trennung nicht mehr.
Diese neue Zodiakdeutung werden wir in mehreren Schritten lernen.
Im ersten Schritt werden wir sehen, dass die Planeten in den Tier- kreiszeichen eben keine Fremdkörper sind.
Im zweiten Schritt werden wir dann sehen, dass wir mit dieser neuen Betrachtungsweise z. B. die Veranlagung eines Menschen sehr viel besser begreifen können.
Und im dritten Schritt werden wir faszinierende Verknüpfungen innerhalb eines Horoskops erkennen, durch die wir ganz neue Deutungsmöglichkeiten erhalten ... (Ende des Auszugs)
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